Der Baukasten: Website selbst erstellen mit Wix, Squarespace & Co.
Baukästen wie Wix, Squarespace oder Jimdo machen es möglich, eine Website ohne technische Kenntnisse aufzubauen. Templates auswählen, Inhalte einfügen, fertig.
Was Baukästen gut können: – Sehr günstiger Einstieg (oft 0 bis 20 Euro/Monat) – Schnell online, innerhalb eines Tages – Keine technische Voraussetzungen – Integriertes Hosting und Updates – Ausreichend für einfache Visitenkarten-Websites
Was Baukästen nicht gut können: – Eingeschränkte Designkontrolle: Ihr bewegt Euch im Rahmen des Templates – Schwache SEO-Möglichkeiten, besonders technisches SEO ist bei Baukästen begrenzt – Kein eigener Code, kein eigenes Hosting: Ihr seid abhängig von der Plattform – Monatliche Kosten summieren sich: 15 bis 30 Euro/Monat über 5 Jahre sind 900 bis 1.800 Euro – Wechsel zu einem anderen System später ist aufwendig – Wix-Websites und Squarespace-Seiten ranken organisch schwächer als sauber aufgesetzte WordPress-Websites
Der versteckte Kostenfaktor: Baukästen kosten kaum Geld, aber sie kosten Zeit. Wer keine Erfahrung mit Webdesign hat, verbringt viele Stunden mit Layout-Fragen, statt an seinem eigentlichen Geschäft zu arbeiten. Diese Zeit hat einen Wert, auch wenn sie nicht auf einer Rechnung steht.
Für wen der Baukasten passt: EPUs oder Freiberufler mit sehr einfachem Angebot, die kurzfristig online präsent sein wollen, kein Budget für professionelle Umsetzung haben, und deren Website nicht als Hauptkanal für Anfragen funktionieren muss.
Der Freelancer: Persönlich, flexibel, variabel
Ein erfahrener Webdesign-Freelancer kann eine professionelle Website liefern, zu deutlich günstigeren Preisen als eine Agentur.
Was Freelancer gut können: – Direkte Kommunikation ohne Account-Manager – Oft spezifische Stärken in Design, WordPress oder bestimmten Branchen – Flexiblere Preisgestaltung als Agenturen – Persönlichere Betreuung bei kleineren Projekten
Was Freelancer nicht immer gut können: – Kapazitätsengpässe: Ein Freelancer kann nur an einem Projekt gleichzeitig intensiv arbeiten – Bei Krankheit oder anderen Projekten verlängern sich Timelines – Selten alle Disziplinen auf hohem Niveau: gutes Design, SEO, Texte, Technik in einer Person ist selten – Langzeitbetreuung und Wartung nach Launch ist nicht immer gesichert – Qualität variiert stark, ein Portfolio ist Pflicht, bevor Ihr beauftragt
Kosten: Freelancer für eine KMU-Website liegen in Österreich typischerweise zwischen 800 und 2.500 Euro, je nach Erfahrung und Umfang. Top-Freelancer mit nachgewiesenen Ergebnissen können höher liegen.
Für wen der Freelancer passt: KMU mit überschaubaren Projekten, die direkten Kontakt schätzen, einen erfahrenen Freelancer mit passendem Portfolio gefunden haben, und kein komplexes Langzeitprojekt brauchen.
Die Agentur: Struktur, Breite, Langzeitbetreuung
Eine Agentur bringt mehrere Spezialisten zusammen: Designer, Entwickler, SEO-Berater, Texter. Das bedeutet breiteren Leistungsumfang, aber auch höhere Kosten.
Was Agenturen gut können: – Projekte mit mehreren Disziplinen gleichzeitig: Design, Technik, SEO, Content – Strukturierter Prozess mit Konzeptphase, Abnahmen, Go-Live-Checkliste – Verlässliche Erreichbarkeit und Langzeitbetreuung – Ersetzbarkeit von einzelnen Personen: das Projekt läuft weiter, auch wenn jemand krank ist – Qualitätssicherung durch interne Abstimmung
Was Agenturen nicht immer gut können: – Schnelle, unkomplizierte kleine Aufgaben – Günstige Einstiegsprojekte – Die persönliche Note eines Einzelpersonen-Freelancers
Kosten: KMU-Websites bei einer Agentur in Österreich: 1.500 bis 5.000 Euro und mehr, je nach Umfang. Laufende Betreuung: 80 bis 400 Euro/Monat.
Für wen die Agentur passt: KMU, für die die Website ein wichtiger Vertriebskanal ist, die Langzeitbetreuung und zuverlässigen Support brauchen, und die Wert auf strukturiertes Vorgehen legen.
Was kostet welche Option wirklich?
Wer die Optionen ehrlich vergleicht, muss alle Kosten über einen Zeitraum von 3 bis 5 Jahren rechnen:
| Option | Jahr 1 | Folgekosten/Jahr | 5-Jahres-Gesamtkosten (Schätzung) |
|---|---|---|---|
| Baukasten (Wix/Squarespace) | 0 bis 500 Euro | 180 bis 360 Euro/Jahr | 900 bis 2.000 Euro |
| WordPress selbst aufgesetzt | 200 bis 800 Euro | 150 bis 500 Euro/Jahr | 950 bis 3.300 Euro |
| Freelancer | 800 bis 2.500 Euro | 200 bis 600 Euro/Jahr | 1.800 bis 5.500 Euro |
| Agentur (KMU) | 1.500 bis 5.000 Euro | 500 bis 2.000 Euro/Jahr | 4.000 bis 15.000 Euro |
Diese Zahlen sind Schätzungen ohne Gewähr. Sie zeigen aber, dass der Preisunterschied im Jahr 1 über 5 Jahre betrachtet weniger dramatisch ist, als er auf den ersten Blick wirkt.
Noch wichtiger: Was kostet eine Website, die keine Anfragen bringt? Die nicht gefunden wird? Die nach zwei Jahren veraltet aussieht und kaum noch gewartet wurde? Der Preis einer schlechten Website ist nicht null.
Die richtige Frage ist nicht „Was ist günstiger?“
Sondern: Wie wichtig ist die Website für Euer Geschäft?
Wer eine Website als reines Pflichtprogramm sieht („man muss ja eine haben“), kann mit einem Baukasten starten und später investieren, wenn mehr da ist.
Wer die Website als Vertriebskanal nutzen will, der aktiv Anfragen generiert, der bei Google gefunden wird und bei dem potenzielle Kunden entscheiden, ob sie sich melden: der sollte von Anfang an mehr investieren. Eine Website, die funktioniert, verdient sich zurück. Eine Website, die „irgendwie vorhanden“ ist, nicht.
Mehr zur Frage, was eine professionelle Website kostet und was dabei wirklich drinsteckt: Was kostet eine Website in Österreich?
FAQ zu Website selbst erstellen oder machen lassen
Wann ist ein Website-Baukasten die richtige Wahl? Wenn Ihr sehr schnell und mit minimalem Budget online präsent sein wollt, Euer Angebot einfach ist, und die Website primär eine digitale Visitenkarte ist, kein Hauptkanal für Anfragen. Baukästen sind auch sinnvoll als temporäre Lösung, wenn ein Relaunch geplant ist und die Zeit für eine professionelle Umsetzung noch nicht da ist.
Was kostet ein Freelancer im Vergleich zur Agentur? Freelancer sind in der Regel 30 bis 60 Prozent günstiger als Agenturen für dasselbe Projekt. Ein Projekt, das eine Agentur mit 3.000 Euro kalkuliert, kann ein guter Freelancer für 1.500 bis 2.000 Euro umsetzen. Der Preisunterschied ergibt sich aus niedrigeren Fixkosten und weniger Overhead. Die Frage ist, welche Leistungen im Preis stecken und wie verlässlich die Langzeitbetreuung ist.
Was passiert, wenn mein Freelancer nicht mehr verfügbar ist? Das ist das größte Risiko bei Freelancern. Wer sich eine Website von einem Einzelperson bauen lässt, sollte darauf bestehen: Dokumentation aller Zugänge (Hosting, Domain, WordPress, FTP, Datenbank), Übergabe-Checkliste bei Projektabschluss, und sicherstellen, dass die Website auf Standard-Software gebaut wurde (WordPress, nicht irgendein proprietäres System). Dann kann im Notfall ein anderer Entwickler übernehmen.
Kann ich eine bestehende Baukasten-Website später zu WordPress migrieren? Technisch ja, aber es ist aufwendiger als ein Neustart. Inhalte müssen manuell übertragen werden, Designs gibt es nicht einfach zum Exportieren. Die meisten professionellen Webdesigner empfehlen, bei einem Wechsel von Wix oder Squarespace zu WordPress die Seite neu zu bauen und nur Inhalte zu übernehmen. Das ist mehr Aufwand als einmalig von Anfang an in WordPress zu starten.
Brauche ich unbedingt eine Agentur, oder reicht ein guter Freelancer? Für viele KMU reicht ein erfahrener Freelancer vollkommen aus, besonders wenn das Projekt überschaubar ist und kein großes Langzeit-Betreuungspaket gebraucht wird. Entscheidend ist nicht die Unternehmensgröße des Dienstleisters, sondern das nachgewiesene Portfolio, klare Vertragsbedingungen und die Verfügbarkeit für Nachbetreuung. Ein Freelancer mit 10 Jahren Erfahrung liefert oft bessere Ergebnisse als eine mittelmäßige Agentur.