Was eine Agentur liefert und was nicht
Eine gute Strategieagentur bringt Struktur, Prozess und Vergleichswerte. Sie hat Methoden entwickelt, um schnell zu verstehen, wo ein Unternehmen steht, was am Markt passiert und wo die größten Hebel liegen. Das spart Zeit und verhindert, dass Ihr monatelang im Kreis diskutiert.
Was eine Agentur nicht liefern kann: das Wissen über Euer Unternehmen, Eure Kunden und Euren Markt. Das sitzt bei Euch. Eine Strategie, die an Eurer Realität vorbeigeht, nützt niemandem, egal wie professionell sie aussieht. Deshalb ist ein gutes Strategieprojekt immer ein gemeinsames Projekt.
Die Agentur bringt den Rahmen. Ihr füllt ihn mit Substanz. Am Ende entsteht etwas, das weder Ihr alleine noch die Agentur alleine hätten entwickeln können.
So läuft ein Strategieprojekt typischerweise ab
Ein strukturiertes Strategieprojekt mit einer Agentur läuft in der Regel in vier Phasen ab, auch wenn sich die genaue Benennung von Agentur zu Agentur unterscheidet.
Discovery: Zuerst wird der Ist-Zustand erfasst. Interne Interviews, Analyse von vorhandenen Daten, Wettbewerbsrecherche, Zielgruppenanalyse. Diese Phase ist aufwändiger als viele erwarten, und sie ist die Grundlage für alles, was danach kommt. Wer die Discovery überspringt, bekommt eine Strategie, die auf Annahmen statt auf Fakten basiert.
Positionierung: Auf Basis der Discovery wird erarbeitet, womit Ihr am Markt eine klare Position einnehmt. Nicht „wir sind gut und günstig“. Das sagt jeder. Sondern: Was unterscheidet Euch wirklich, wen wollt Ihr konkret ansprechen, was ist die Botschaft, die bei dieser Zielgruppe landet?
Kanalstrategie: Welche Kanäle zahlen auf Eure Ziele ein? Nicht alle, nicht immer dieselben. Organische Suche, bezahlte Werbung, Social Media, E-Mail, Content: jeder Kanal hat seine eigene Logik. Ein guter Strategieprozess wählt aus, statt alles gleichzeitig zu versuchen.
Maßnahmenplan: Zum Abschluss entsteht ein konkreter Plan: Was wird wann umgesetzt, wer ist verantwortlich, wie wird Erfolg gemessen? Ohne diesen Schritt bleibt die Strategie eine schöne Theorie.
Was eine gute Strategie als Ergebnis liefert
Am Ende eines gut geführten Strategieprojekts solltet Ihr mehr als eine Präsentation haben. Konkrete Deliverables sind:
- Ein schriftlich festgehaltenes Positionierungsdokument
- Eine definierte Zielgruppe mit konkreten Merkmalen (keine vagen Personas)
- Eine klare Botschaftsarchitektur: was Ihr kommuniziert und wie
- Eine priorisierte Kanalübersicht mit Begründung
- Einen umsetzbaren Maßnahmenplan mit Zeitrahmen und Verantwortlichkeiten
- Messbare KPIs, an denen Ihr den Erfolg festmacht
Was Ihr nicht braucht: 80 Folien, die beeindrucken aber nicht umsetzbar sind. Eine gute Strategieagentur denkt vom Ende her, also von der Umsetzung.
Die häufigsten Fehler bei der Arbeit mit einer Strategieagentur
Kein Follow-through nach dem Projekt. Das ist der häufigste Fehler. Die Strategie wird entwickelt, präsentiert, abgehakt, und dann passiert sechs Monate lang nichts. Eine Strategie braucht Umsetzung. Wer das nicht intern sicherstellt, verschenkt das gesamte Investment.
Strategie um der Strategie willen. Manche Unternehmen beauftragen eine Agentur, weil es sich gut anfühlt, „eine Strategie zu haben“. Ohne konkreten Anlass, ohne echte Konsequenzen. Das Ergebnis ist ein Dokument, das niemanden wirklich bindet.
Die Agentur zu wenig einlassen. Wenn interne Stakeholder im Discovery-Prozess nicht offen reden, bekommt die Agentur ein geschöntes Bild. Die daraus resultierende Strategie trifft an der Realität vorbei.
Zu viele Köche. Wenn fünf Personen mit unterschiedlichen Meinungen über jede strategische Aussage abstimmen müssen, wird die Strategie verwässert, bis sie nichts mehr bedeutet. Jemand muss Entscheidungen treffen dürfen.
Was Ihr mitbringen müsst und was die Agentur bringt
| Was Ihr mitbringt | Was die Agentur mitbringt |
|---|---|
| Wissen über Euer Unternehmen und Eure Kunden | Strukturierter Strategieprozess |
| Ehrliche Einschätzung der internen Lage | Außenperspektive ohne Betriebsblindheit |
| Zugang zu internen Daten und Kennzahlen | Vergleichswerte aus ähnlichen Projekten |
| Bereitschaft, Entscheidungen zu treffen | Methoden zur Entscheidungsfindung |
| Kapazität für die Umsetzung | Erfahrung mit Umsetzungsplanung |
| Offenheit für unbequeme Erkenntnisse | Unvoreingenommene Analyse |
| Klares Ziel, was sich verändern soll | Wege, dieses Ziel erreichbar zu machen |
Kosten und Zeitrahmen: Was ist realistisch?
Ein ernsthaftes Strategieprojekt von der Discovery bis zum fertigen Maßnahmenplan liegt in Österreich typischerweise zwischen 3.000 und 15.000 Euro, abhängig von der Unternehmensgröße, der Markttiefe der Analyse und dem Umfang des Maßnahmenplans.
Kleinere Unternehmen, die „nur“ Klarheit über ihre Positionierung brauchen, können mit einem kompakteren Projekt unter 5.000 Euro auskommen. Für mittelständische Unternehmen mit mehreren Zielgruppen, Kanälen und Märkten sind 8.000 bis 12.000 Euro realistischer.
Was die Zeit angeht: Ein gut strukturiertes Projekt dauert in der Regel 6 bis 12 Wochen. Schneller ist möglich, aber dann leidet entweder die Discovery oder die Tiefe der Analyse. Länger sollte es in den meisten Fällen nicht werden, sonst verliert das Projekt seinen Fokus.
FAQ zu Marketingstrategie mit Agentur
Was kostet eine Marketingstrategie mit einer Agentur? Das hängt stark vom Umfang ab. Ein kompaktes Positionierungsprojekt für ein kleines Unternehmen liegt ab etwa 3.000 Euro. Ein vollständiges Strategieprojekt inklusive Kanalstrategie und Maßnahmenplan für ein mittelständisches Unternehmen liegt eher zwischen 6.000 und 12.000 Euro. Billig geht meist auf Kosten der Discovery, und eine Strategie ohne solide Grundlage ist ihr Geld nicht wert.
Wie lange dauert ein Strategieprojekt? Realistisch sind 6 bis 12 Wochen von Kickoff bis fertiger Strategie. Das setzt voraus, dass interne Ansprechpartner verfügbar sind und Entscheidungen zeitnah getroffen werden. Wer die Strategie in zwei Wochen will, bekommt eine oberflächliche. Das sollte man wissen.
Können wir die Strategie danach selbst umsetzen? Ja, und das ist oft sogar der bessere Ansatz. Eine gute Strategie ist so dokumentiert, dass ein internes Team sie eigenständig umsetzen kann. Viele Unternehmen nutzen eine externe Agentur für die Strategie und setzen einzelne Maßnahmen dann intern oder mit spezialisierten Dienstleistern um. Was zählt: dass die Umsetzung tatsächlich passiert.
Wir haben bereits eine interne Marketingperson: macht eine externe Strategie trotzdem Sinn? In vielen Fällen ja. Interne Marketingmitarbeiter haben oft den Vorteil, das Unternehmen gut zu kennen, aber den Nachteil, zu nah dran zu sein. Eine externe Strategie schafft Klarheit darüber, woran die interne Person ihre Kapazitäten ausrichtet. Sie ist keine Konkurrenz zur internen Ressource, sondern deren Grundlage.
Wann ergibt externe Strategiearbeit keinen Sinn? Wenn intern keine Kapazität vorhanden ist, die Ergebnisse umzusetzen. Wenn es kein echtes Problem gibt, das gelöst werden soll, nur den Wunsch nach „einer Strategie“. Und wenn Entscheidungsträger nicht bereit sind, auf Basis der Erkenntnisse wirklich etwas zu ändern. Eine Strategie, die keine Konsequenzen hat, ist sinnlos.