Online-Shop erstellen lassen: Kosten in Österreich

Wer einen Webshop aufbauen will, bekommt von verschiedenen Anbietern sehr unterschiedliche Zahlen: 2.500 Euro, 12.000 Euro, 30.000 Euro. Alle drei können stimmen.

Werkstatt-Modell mit Versandboxen, Produktkarten und orange markiertem Webshop-Ablauf.
Inhalt
  1. 01 Was kostet ein Webshop in Österreich?
  2. 02 Welche Faktoren beeinflussen die Online-Shop-Kosten?
  3. 03 WooCommerce Shop Kosten: Wann lohnt sich WordPress?
  4. 04 Laufende Kosten: Wartung, Hosting, Updates, Sicherheit und Betreuung
  5. 05 Agentur, Freelancer, Shopify oder Baukasten: Was passt zu Euch?
  6. 06 Kostenbeispiele für kleine, mittlere und komplexe Shops
  7. 07 Wann sich ein Relaunch statt eines neuen Shops lohnt

Was kostet ein Webshop in Österreich?

Drei grobe Kategorien helfen bei der ersten Orientierung:

Einfacher Shop: 2.500 bis 5.000 Euro Für EPUs und kleine Betriebe mit wenigen Produkten, ohne komplexe Anforderungen. In der Regel ein WooCommerce-Setup auf Basis eines angepassten Themes, mit den wichtigsten Zahlungsanbietern, rechtlicher Grundkonfiguration und einer überschaubaren Produktanzahl (bis ca. 50 Artikel).

Individueller Shop: 5.000 bis 15.000 Euro Der häufigste Fall für wachsende Unternehmen. Eigenes Design, 50 bis 500 Produkte, Produktkonfiguration, Filterstruktur, vielleicht eine Schnittstelle zu einem Warenwirtschaftssystem. Hier beginnt auch die Arbeit an Conversion-Optimierung und Shop-Struktur.

Komplexer Shop: ab 15.000 Euro Individuelle Entwicklung, viele Produktvarianten, Schnittstellen zu ERP oder PIM, B2B-Funktionen wie Kundenpreislisten oder Bestelllimits, internationaler Versand, mehrere Währungen. Ab 15.000 Euro sind die Anforderungen so unterschiedlich, dass Pauschalaussagen kaum sinnvoll sind.

Welche Faktoren beeinflussen die Online-Shop-Kosten?

Der Preis eines Webshops ist kein Fixwert, sondern das Ergebnis von Entscheidungen. Diese Faktoren ziehen die Kosten nach oben:

Produktanzahl und Datenpflege: 10 Produkte manuell anlegen ist eine andere Aufgabe als 500 Produkte aus einer Tabellenkalkulation zu importieren, mit Varianten, Bildern und Kategorien.

Design: Ein Standard-Theme anpassen kostet wenig. Ein individuelles Design, das zur Marke passt und auf Conversion ausgelegt ist, kostet mehr, zahlt sich aber langfristig aus.

Zahlungsanbieter: Stripe und PayPal lassen sich schnell einbinden. Wer Klarna, Ratenzahlung oder eigene Payment-Flows braucht, rechnet mit mehr Aufwand.

Rechtliche Konfiguration: AGB, Datenschutz, Impressum, Widerrufsbelehrung, DSGVO-konforme Tracking-Einbindung. In Österreich oft unterschätzt, aber notwendig.

Schnittstellen: Kassensysteme, Warenwirtschaft, Buchhaltungstools, Versanddienstleister mit automatischer Labelerstellung. Jede Schnittstelle kostet Zeit.

Inhalte: Produkttexte, Bilder, Kategorietexte. Wer das selbst liefert, spart. Wer das auslagert, zahlt mehr.

WooCommerce Shop Kosten: Wann lohnt sich WordPress?

WooCommerce ist das meistgenutzte Shop-System weltweit und die Standardlösung für Shops auf WordPress-Basis. Die Software selbst ist kostenlos. Was kostet, ist die Einrichtung, Konfiguration und laufende Pflege.

Ein typischer WooCommerce Webshop Graz für einen kleinen bis mittleren Betrieb setzt sich so zusammen:

PostenTypischer Kostenbereich
Theme (kommerziell) oder individuelles Design0 bis 3.000 Euro
Plugin-Lizenzen (Zahlungen, Versand, SEO)200 bis 800 Euro/Jahr
Entwicklung und Konfiguration1.500 bis 10.000 Euro
Produktimport und Datenpflegenach Aufwand
Rechtliche Grundkonfiguration300 bis 600 Euro
Testing und Launchim Paket enthalten

WooCommerce lohnt sich besonders, wenn:

  • die Website bereits auf WordPress läuft oder geplant ist
  • Ihr viel Flexibilität bei Design und Funktion braucht
  • ein erfahrener WordPress-Partner an Bord ist
  • die Anforderungen über die Zeit wachsen und der Shop mitwachsen soll

Die Schwäche von WooCommerce ist die Wartung. Das System ist leistungsfähig, aber pflegeintensiv. Plugins müssen aktuell gehalten, Sicherheitslücken geschlossen und Kompatibilitätskonflikte gelöst werden. Wer das unterschätzt, zahlt später mehr.

Laufende Kosten: Wartung, Hosting, Updates, Sicherheit und Betreuung

Die Einrichtungskosten sind einmalig. Die laufenden Kosten kommen jeden Monat. Viele unterschätzen diesen Teil und wundern sich dann, warum der Shop nach zwei Jahren nicht mehr richtig funktioniert.

KostenblockTypischer Bereich pro Monat/Jahr
Hosting (managed, Shop-tauglich)20 bis 80 Euro/Monat
SSL-Zertifikatmeist inklusive im Hosting
Plugin-Lizenzen200 bis 800 Euro/Jahr
Wartungspaket (Updates, Backups, Security)80 bis 250 Euro/Monat
Zahlungsanbieter-Gebühren1,4 bis 2,9% pro Transaktion
Betreuung (Änderungen, neue Produkte, Texte)nach Aufwand

Zahlungsgebühren werden häufig vergessen. Bei 10.000 Euro Monatsumsatz und 2% Transaktionsgebühr sind das 200 Euro, die jeden Monat direkt vom Umsatz abgehen. Das ist kein Fehler, aber es gehört in die Kalkulation.

Ein ordentliches Wartungspaket ist bei WooCommerce keine Kann-Option. Shops ohne regelmäßige Updates sind ein Sicherheitsrisiko und fallen früher oder später aus.

Agentur, Freelancer, Shopify oder Baukasten: Was passt zu Euch?

Es gibt vier grundsätzliche Wege, einen Online-Shop aufzubauen. Jeder hat seine Berechtigung, aber keiner passt für alle:

Agentur mit WooCommerce oder WordPress Sinnvoll, wenn Ihr eine individuelle Lösung braucht, die langfristig wächst. Höherer Aufwand zu Beginn, dafür volle Kontrolle. Eine WordPress Agentur Graz begleitet nicht nur den Aufbau, sondern auch Weiterentwicklung und Optimierung.

Freelancer Oft günstiger als eine Agentur, aber abhängig von einer einzelnen Person. Für kleinere Projekte mit klaren Anforderungen gut geeignet. Das Risiko: Wenn der Freelancer nicht mehr verfügbar ist, steht der Shop ohne Support da.

Shopify Shopify ist ein gehostetes System mit monatlichen Abo-Kosten (ab ca. 30 Euro/Monat, plus Transaktionsgebühren, wenn Ihr nicht Shopify Payments nutzt). Die Einrichtung ist einfacher als bei WooCommerce, die Kontrolle geringer. Shopify eignet sich gut für produktorientierte Shops ohne komplexe Anforderungen, bei denen Einfachheit Priorität hat. Sobald individuelle Anpassungen, spezifische Zahlungsanbieter oder Schnittstellen ins Spiel kommen, stoßt Ihr an Grenzen.

Baukastensysteme (Wix, Jimdo, etc.) Schnell und günstig für den Start. Aber: Schlechte Performance, wenig Flexibilität, schwieriger Wechsel wenn Ihr wachst. Für ernsthaften Betrieb nur bedingt geeignet.

Die Entscheidung hängt nicht nur am Budget, sondern an den Anforderungen: Wie viele Produkte? Braucht Ihr Schnittstellen? Soll der Shop wachsen? Habt Ihr eigene technische Ressourcen?

Kostenbeispiele für kleine, mittlere und komplexe Shops

Drei konkrete Beispiele aus der Praxis:

Kleiner Handwerksbetrieb, 20 Produkte WooCommerce auf bestehendem WordPress, Standard-Theme angepasst, Stripe und PayPal, rechtliche Grundkonfiguration, manueller Produktimport. Einmalige Kosten: ca. 3.500 Euro. Laufende Kosten: ca. 120 Euro/Monat (Hosting, Wartung, Lizenzen).

Regionaler Händler, 200 Produkte, Versandautomatisierung Individuelles Design, Produktfilter, Lager-Schnittstelle zu einem einfachen Warenwirtschaftssystem, automatische Versandlabels, mehrere Zahlungsoptionen. Einmalige Kosten: ca. 9.000 bis 12.000 Euro. Laufende Kosten: ca. 200 bis 300 Euro/Monat.

B2B-Shop mit Kundenpreislisten, 500+ Produkte Individuelle Entwicklung, B2B-Login, kundenspezifische Preise, ERP-Anbindung, komplexe Versandregeln, internationaler Versand. Einmalige Kosten: ab 20.000 Euro. Laufende Kosten: ab 400 Euro/Monat.

Die Zahlen sind Richtwerte. Was Euer Shop kostet, hängt von Euren konkreten Anforderungen ab. Ein Gespräch klärt das schneller als jeder Rechner.

Wann sich ein Relaunch statt eines neuen Shops lohnt

Nicht jeder Shop braucht einen Neustart. Manchmal reicht eine gezielte Überarbeitung, um deutlich bessere Ergebnisse zu erzielen. Ein Relaunch lohnt sich, wenn:

  • das grundsätzliche System (WooCommerce) solide ist, aber Design und Struktur veraltet sind
  • Ihr mit der Conversion unzufrieden seid, also Besucher kommen, aber zu wenige kaufen
  • die Seitengeschwindigkeit schlecht ist (Pagespeed unter 50)
  • das bestehende Shop-System technisch auf dem aktuellen Stand ist

Ein Relaunch kostet in der Regel 40 bis 70 Prozent weniger als ein Neuaufbau. Der Grund: Grundstruktur, Produkte und Inhalte sind bereits vorhanden. Gearbeitet wird an Design, Performance, Checkout-Ablauf und technischer Basis.

Einen Neubau braucht Ihr, wenn das bestehende System grundlegend falsch gewählt wurde, Ihr den Anbieter wechseln wollt oder der technische Schuldenstand so hoch ist, dass Sanierung teurer wäre als Neuaufbau.

Eine gute Shop- und Checkout-Optimierung kann auch ohne vollständigen Relaunch messbare Ergebnisse bringen. Oft steckt das größte Potenzial im Checkout-Prozess selbst.

Häufige Fragen

Was Du noch wissen solltest.

  • 01 Was kostet ein einfacher Webshop?

    Ein einfacher Webshop für wenige Produkte (bis ca. 50 Artikel) liegt in Österreich typischerweise zwischen 2.500 und 5.000 Euro in der Einrichtung. Darin enthalten sind Grundkonfiguration, Theme-Anpassung, Zahlungsanbindung und rechtliche Basiskonfiguration. Laufende Kosten für Hosting und Wartung kommen noch dazu, liegen aber meist unter 150 Euro pro Monat.

  • 02 Was kostet ein WooCommerce-Shop?

    Die WooCommerce-Software selbst ist kostenlos. Die Kosten entstehen durch Einrichtung, Design, Plugins und laufende Wartung. Ein typischer WooCommerce-Shop in Österreich kostet in der Einrichtung 3.000 bis 12.000 Euro, je nach Umfang. Plugin-Lizenzen schlagen mit 200 bis 800 Euro pro Jahr zu Buche. Ein ordentliches Wartungspaket kostet 80 bis 250 Euro pro Monat.

  • 03 Welche laufenden Kosten hat ein Online-Shop?

    Die wichtigsten laufenden Kosten: Hosting (20 bis 80 Euro/Monat), Wartung und Updates (80 bis 250 Euro/Monat), Plugin-Lizenzen (200 bis 800 Euro/Jahr) und Zahlungsgebühren (1,4 bis 2,9% pro Transaktion). Wer regelmäßig neue Produkte anlegt, Texte überarbeitet oder Kampagnen schaltet, rechnet auch dort mit laufendem Aufwand.

  • 04 Ist Shopify oder WooCommerce für Euch besser?

    Das hängt von Euren Anforderungen ab. Shopify ist einfacher zu starten und eignet sich gut für produktorientierte Shops ohne komplexe Anpassungen. WooCommerce bietet mehr Flexibilität, mehr Kontrolle und ist besser in bestehende WordPress-Websites integrierbar, braucht aber einen erfahrenen Partner für Einrichtung und Wartung. Sobald Ihr individuelle Designs, komplexe Schnittstellen oder spezifische B2B-Funktionen braucht, liegt WooCommerce meistens vorn.

  • 05 Wann lohnt sich ein Webshop-Relaunch?

    Ein Relaunch lohnt sich, wenn das bestehende System grundsätzlich stimmt, aber Design, Performance oder Conversion-Rate das Wachstum bremsen. In der Regel kostet ein Relaunch 40 bis 70 Prozent weniger als ein Neuaufbau, weil Produkte, Inhalte und Grundstruktur bereits vorhanden sind. Ein Neubau ist sinnvoll, wenn das System grundlegend falsch ist oder der technische Stand so schlecht ist, dass Sanierung teurer käme.

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